Historischer Triumph unserer Basketball-Mädchen in Berlin


Von links: Betreuerin Birgit Leykam, Jule Windolph (10 Gesamtpunkte), Miriam Haselmann (8 P.), Tamara Großhans (3 P.), Silva Jörg (2 P.), Julia Kamm (22 P.), Jana Barth (46 P.), Magda Landwehr (120 P.), Julia Förner (53 P.), Amely Maier (22 P.), Betreuer Jürgen Schardt



Gefeiert in unserer Aula mit Gesängen und La-Ola-Welle

In der sog. Königsklasse, der Wettkampfklasse II (Jahrgänge 2001 bis 2004), werden sie Bundessieger und qualifizieren sich damit sogar für die Teilnahme an der Weltmeisterschaft.

Nach zwei Erfolgen hintereinander in der Wettkampfklasse III 2015 und 2016 sicherte sich das Team um Julia Förner, Magda Landwehr und Julia Kamm, die bei allen Erfolgen dabei waren, in diesem Schuljahr auch den Titel in der Wettkampfklasse II, eine wahrhaft außergewöhnliche und beeindruckende Leistung unserer Mädchen und ihrer Betreuerin Birgit Leykam: Drei Mal zum Bundesfinale in Berlin angetreten, drei Mal als Sieger an die Schule zurückgekehrt, darauf kann dieses Team stolz sein.

Das CG durfte sich vor dem Turnier durchaus zu den Favoriten zählen. Man war sich aber auch bewusst, dass mit der Nationalspielerin Kim Siebert, die ein Auslandsjahr in den USA verbringt, eine wichtige Stütze fehlte. Außerdem ist das Leistungsniveau naturgemäß in der Wettkampfklasse II deutlich höher als in Wettkampfklasse III. Mit dem Leistungssportzentrum Berlin, dem Sportgymnasium Halle, dem Basketballstützpunkt des Internats Schloss Hagerhof als Titelverteidiger und dem Finalgegner von 2016, der Main-Taunus-Schule Hofheim warteten schwere Gegner, wie sich im Turnierverlauf dann auch zeigen sollte.

In der Vorrunde, in der sich die  beiden Erstplatzierten der vier Gruppen für die Finalrunde qualifizieren, traf das Clavius-Gymnasium zuerst auf die Vertretung der Sportschulen Halle (Sachsen-Anhalt). Nach den Ergebnissen der Vorjahre galten sie als stärkster Konkurrent um den Gruppensieg. Entsprechend konzentriert gingen die CG-Mädels ins Match, erspielten schnell eine 6:0-Führung und bauten diese Führung  ständig aus. Zur Halbzeit stand es dann 25:13. Gegen die starke Zonenverteidigung unserer Mädchen versuchte es Halle mit glücklosen Distanzwürfen. Unterm Korb war das CG offensiv und defensiv überlegen, so dass man mit einem ungefährdeten 45:19-Erfolg ins Turnier startete. Ähnlich stark präsentierten sich die Mädels dann auch in den beiden nächsten Vorrundenspielen gegen das Walddörfer-Gymnasium Hamburg (46:21) und das Ludwig-Reichardt-Gymnasium Cottbus (34:7).  Birgit Leykam und Jürgen Schardt, der wie zwei Jahre zuvor beim Coaching tatkräftig unterstützte, konnten dabei alle Spielerinnen einsetzen. Tamara Großhans (3 P.), Jule Windolph (4 P.), Silva Jörg (2 P.) und Miriam Haselmann (8 P.) präsentierten sich in diesem Spiel erfolgreich und mit großer Motivation. Die Leistungsträgerinnen hatten so immer wieder Gelegenheit, Kräfte für die kommenden Begegnungen zu sparen.

Als Gruppenerster ging‘s damit in die Finalrunde, in die der Sieg gegen Halle mitgenommen wurde. Dort stand unser Team zuerst der Gebrüder-Humboldt-Schule aus Wedel (Schlwesig-Holstein) gegenüber. Nach kleinen Startproblemen mit einer zunächst schwächeren Trefferquote, aber erneut starker Defensivarbeit wurde ein sicherer Vorsprung herausgespielt und schließlich überlegen mit 52:17 gewonnen. Damit war das CG bereits für das Halbfinale qualifiziert. Gegen die Main-Taunus-Schule Hofheim, dem Endspielgegner von 2016, wurde dann der Gruppensieger der Finalrunde ermittelt. Vielleicht war es der hohe Sieg von 2016 (71:13), der die CG-Mädels zu leichtfertig werden ließ. Zwar gingen sie mit 6:0 in Führung, hatten dann aber große Probleme mit Hofheims Zonenverteidigung, blieben im Spielaufbau zu statisch und glücklos in ihren Wurfversuchen. Dagegen trafen die Mädels aus Hofheim aus nahezu allen Positionen, so dass das CG am Ende unerwartet mit 35:40 unterlag.

Diese Niederlage änderte zwar nichts an der Qualifikation fürs Halbfinale, führte aber zu einem vorweggenommenen Endspiel gegen Schloss Hagerhof. „Wir ändern unseren Plan“, munterte Birgit Leykam ihre Mädels auf, „heute unser schwerstes Match, dafür haben wir es morgen im Finale leichter!“ Dahinter verbarg sich mehr der Wunsch als die sportliche Realität, denn das Internat aus Bad-Honnef (Nordrhein-Westfalen) hatte sich mit klaren Siegen für das Halbfinale qualifiziert und ging als haushoher Favorit ins Spiel, schließlich  konnte es nahezu die komplette WNBL-Auswahl aus Rhöndorf aufbieten. Die vermeidbare Niederlage gegen Hofheim hatte bei unseren Mädels aber nicht Frust, sondern eine Trotzreaktion ausgelöst. „So kurz vor unserem großen Ziel wollen wir nicht scheitern, wir wollen zur WM!“, motivierte sich unser Team immer wieder selbst und ging entschlossen und hochkonzentriert ins Spiel. Es entwickelte sich ein intensives, kampfbetontes Match, bei dem um jeden Ball gerungen wurde. Jana Barth (6 Pkte.) überzeugte wie immer im Spielaufbau. Julia Förner (13 Pkte.) war auf allen Positionen gefährlich und konnte unter dem Korb oft nur durch Fouls gestoppt werden. Um die in der Zone und unter dem Korb bärenstarke Magda Landwehr (16 Pkte.) kümmerten sich meist zwei bis drei Gegenspielerinnen, so dass Julia Kamm (7 Pkte.) Räume bekam, die sie konsequent zu nutzen wusste. Nach einem 0:6-Rückstand hatten die CG-Mädchen in ihr Spiel gefunden. Mit einer überzeugenden Defensivleistung, bei der sich auch Amely Maier auszeichnete, zwangen sie Hagerhof zu zahlreichen erfolglosen Distanzwürfen. Zur Pause führte das Clavius-Gymnasium unerwartet mit 21:14. Hagerhof wirkte überrascht von der fokussierten, hochklassigen Teamleistung der CG-Mädels und konnte auch in der zweiten Hälfte keine entscheidenden Akzente setzen, um das Spiel noch zu drehen. Frenetisch angefeuert von den Bankspielerinnen, den Eltern und zahlreichen Turnierteams siegten unsere Mädels schließlich mit 42:31. „Best game ever“, jubelte Julia Förner. Alle lagen sich in den Armen, als hätte man bereits den Titel errungen.

Es wartete aber am nächsten Tag noch das Endspiel. Hier traf das CG auf das Schul- und Leistungssportzentrum Berlin, in den vergangenen Jahren fast schon ein Abonnent auf den Meistertitel. In der Zwischenrunde waren sie den Hagerhoferinnen aber mit 23 Punkten Differenz unterlegen. Der Sieg unserer Mädchen gegen dieses Team schien die Berlinerinnen sehr beeindruckt zu haben, denn sie gingen mit großem Respekt ins Finale. Das CG erspielte sich bis zur 6. Minute bereits ein Polster von 14:4 und führte 22:8 zur Pause. Nach dem 28:10-Vorsprung in der 16. Minute fühlten sich die CG-Mädels auf der sicheren Seite. Allerdings ließen nach sieben Spielen in 48 Stunden Kondition und damit Konzentration etwas nach und es kam zu einigen Ballverlusten und Fehlwürfen, so dass Berlin kurz vor Schluss bis auf 6 Punkte verkürzen konnte. Julia Förner sorgte mit einem Korbleger dann für das Endergebnis 32:24. Jetzt stand fest: Das Clavius-Gymnasium ist zum dritten Mal Bundessieger. Die goldene Generation um Jana Barth, Julia Förner und Magda Landwehr hatte sich wieder durchgesetzt und sich mit diesem grandiosen Erfolg den langgehegten Traum, die Qualifikation für die Weltmeisterschaft im Frühjahr 2019 in Griechenland, erfüllt.

kl