Gibt’s Leute mit drei Nieren?


Freilich. Zum Beispiel Claudia. Sie wurde den Schülerinnen und Schülern der Klasse 10a mit ihrem Biologie-Lehrer Gerhard Spörlein beim Besuch des Trans- plantationszentrums Erlangen-Nürnberg am 23. Februar 2016 vorgestellt. Ihre beiden Nieren hatten versagt, sie war lang abhängig von der belastenden Dialyse und hatte endlich - wenige Tage vor dem Schülerseminar - am Universitätsklinikum in Erlangen eine Niere transplantiert bekommen. Gespendet hatte sie Thomas, ihr Partner, ebenfalls im Hörsaal anwesend. Beide haben also jetzt je eine funktionierende Niere, Claudia hat zusätzlich die beiden funktionslosen noch im Körper. Sie zu entfernen wäre aufwändig, riskant und würde keinen Vorteil bringen. Die transplantierte Niere wird übrigens in der Leistengegend eingesetzt und dort an das Blutgefäß- und das Urogenitalsystem angeschlossen. Wie das gemacht wird, zeigte den Schülern ein Chirurg mit eindrucksvollen Bildern und kurzen Videos.

Die Veranstaltung wurde souverän moderiert von einer Ärztin des Trans-plantationszentrums; eine Vertreterin der Deutschen Stiftung Organtransplantation erläuterte Organisatorisches zur Organspende, und eine Vertreterin des Bayerischen Staatsministeriums für Gesundheit und Pflege bemühte sich über rechtliche Grundlagen aufzuklären.

Die Veranstaltung hat alle angeregt, sich aktiv mit der Frage auseinanderzusetzen, ob man selbst - lebend oder nach dem Tod - bereit ist Organe zu spenden. Viele Patienten stehen auf der Warteliste und ersehnen eine Transplantation, damit sie ein Leben ohne massive Einschränkungen führen oder damit sie überhaupt überleben können.

gs