Einstein on Tour






Wenn statt den langjährig vor Ort sichtbaren „Schildern einer Baustelle“ nun hier die „Bilder einer Ausstellung“ zu sehen sind, dann hat dies nichts mit dem Klavierzyklus von Mussorgsky zu tun, sondern mit einer Ausstellung zu Einsteins Relativitätstheorie.

In dieser konnten die Schülerinnen und Schüler interaktiv und spielerisch an verschiedenen Stationen die Relativitätstheorie erfahren. Simulationen sind eine ideale Möglichkeit, um Effekte zu erleben, die aus der Bewegung mit hohen Geschwindigkeiten nahe der des Lichts resultieren. An Gegenständen, die uns alltäglich umgeben, können wir diese Beobachtungen nicht machen. Damit der Besucher von den Folgerungen aus einer Theorie nicht nur überrascht wird, sind in Videos physikalische Zusammenhänge der Speziellen Relativitätstheorie sehr anschaulich erläutert. Und z.B. auch als Radfahrer, der sportlich durch Tübingens Altstadt mit einem auf Lichtgeschwindigkeit herabgesetzten Tempolimit radelt, erlebte man eine ungewohnte Ansicht der Stadt.

Wer es noch schneller wollte, konnte in einem relativistischen Flugsimulator über einer virtuellen Inselwelt abheben und mit einigem Geschick dort wieder landen.

Als einen Beitrag zur Allgemeinen Relativitätstheorie ließen sich sogenannte Einsteinringe simulieren, die z.B. durch den Gravitationslinseneffekt an einem Schwarzen Loch entstehen. Mit solchen Objekten befasst sich heutzutage unter anderem die Astrophysik.

Innerhalb des 14-tägigen Zeitraums besuchten zahlreiche Klassen und Kurse die Ausstellung. Dabei war durchwegs eine positive Resonanz zu verzeichnen.

Schließlich bleibt der Stiftung „Interaktive Astronomie und Astrophysik" sowie Mitgliedern der Sternwarte Sonneberg dafür zu danken. Dadurch konnte die Freude und das Interesse an Physik und Technik gepflegt werden. 

Das letzte Wort darf natürlich Einstein selbst haben; es stammt aus seiner Rede anlässlich der Eröffnung der Funkausstellung im Jahr 1930:

„Sollen sich auch alle schämen, die gedankenlos sich der Wunder der Wissenschaft und Technik bedienen und nicht mehr davon geistig erfasst haben als die Kuh von der Botanik der Pflanzen, die sie mit Wohlbehagen frisst.“

 

kv