Deutsch-französischer Tag 2016 / Gastvortag von Prof. Dr. Henri Ménudier

Anlässlich des deutsch-französischen Tags ist es uns mit Unterstützung des Institut Français in Erlangen gelungen den renommierten Politikwissenschaftler Henri Ménudier einzuladen, der Professor an der Sorbonne in Paris ist und sich mit Deutschland nach 1945 und mit den deutsch-französischen Beziehungen in Europa beschäftigt. Er hat an bekannten Eliteschulen in Paris sowie an mehreren deutschen Universitäten unterrichtet und kann auf eine jahrelange Vortragstätigkeit inner- und außerhalb Europas zurückblicken. Darüber hinaus ist er Autor zahlreicher Bücher und Artikel. Als überzeugter Anhänger der deutsch-französischen Zusammenarbeit zugunsten der europäischen  Integration, strebt er danach, die deutsch-französischen Beziehungen in der Zivilgesellschaft zu     vertiefen, insbesondere durch Schüler-, Studenten- und Lehreraustausch, deutsch-französische Gesellschaften und Städtepartnerschaften. Für sein Engagement erhielt er 2013 die Medaille für besondere Verdienste um Bayern in einem Vereinten Europa.

In seinem Vortrag ging Herr Ménudier nicht nur auf die Attentate in Paris und ihre Auswirkungen auf die französische Gesellschaft ein, sondern  auch auf die Folgen für ganz Europa. Zum besseren Verständnis erklärte er anschaulich und schülergerecht die komplexen globalen Zusammenhänge, die zu den terroristischen Angriffen geführt haben, wie zum Beispiel die Kriege im Nahen und Mittleren Osten, sowie das Chaos und der Terrorismus in Afrika. Auch die politische Haltung Deutschlands gegenüber militärischer Unterstützung für Frankreich und die deutsche Flüchtlingspolitik wurden von ihm kritisch analysiert. 

Im Anschluss an seinen Vortrag hatten die Zuhörer die Möglichkeit zur Diskussion. Nach anfänglichem Zögern ergriffen schließlich einige interessierte Schüler und Lehrer diese einmalige Gelegenheit am Schopf, um ihre Meinung zu äußern und Fragen zu stellen, die der Professor eingehend und verständlich beantwortete. 

Am Ende seines Besuchs an unserer Schule, äußerte Herr Ménudier noch einen Wunsch: der deutsch-französische Tag sollte nicht nur dazu dienen, die gute Beziehung zwischen den beiden Ländern zu loben und die französische Lebensart in den Vordergrund zu stellen. Er sollte viel mehr auch genutzt werden, um Kritik am Partner zu üben und über Beziehungskrisen zu sprechen, wie es eben nur unter Freunden möglich ist.

Im Namen unserer Schule, insbesondere der Fachschaft Französisch sowie unserer Schüler möchte ich mich auf diesem Wege noch ein Mal bei Herrn Prof. Dr. Ménudier bedanken, der trotz seiner angeschlagenen Gesundheit und zahlreichen Verpflichtungen die Zeit gefunden hat, einen informativen und spannenden Vortrag über ein ernstes und polarisierendes Thema zu halten, ohne dabei zu moralisieren.

Siwa