Kalenderreform - Der 29. Februar 2000

Unser Lebensablauf wird geprägt durch Tag und Nacht und die Jahreszeiten.

Die Dauer eines mittleren Sonnentages (d) ist 24 Stunden und wird bestimmt durch eine volle Drehung der Erde um ihre Achse. Das tropische Jahr (a) ist die Zeit, die unsere Erde für einen Umlauf um die Sonne braucht, genau genommen von einem Frühlingspunkt (Frühlings-Tag-und-Nacht-Gleiche) bis zum nächsten. Nun ist leider der Quotient a:d nicht ganzzahlig, sondern a : d = 365,2421987.

Ein Jahr hat demnach 365 Tage 5 Stunden 48 Minuten 45,97465 Sekunden.

Julius Caesar führte deshalb im Jahr 45 v. Chr. das Schaltjahr ein und legte fest, dass jedes vierte Jahr einen Tag mehr haben sollte.

1000 Jahre haben dann 365250 Tage.

Die Differenz zum tatsächlichen Wert ist folglich in 1000 Jahren:

365250 Tage - 365242,1987 Tage = 7,8013 Tage.

Dadurch hatte sich bis Mitte des 16. Jahrhunderts der Frühlingsanfang Richtung Jahresanfang verschoben und damit das für die christliche Kirche so wichtige Osterfest, das auf den ersten Sonntag nach dem ersten Frühlingsvollmond fällt.
Papst Gregor XIII beauftragte daher den fränkischen Mathematiker Christoph Clau, genannt Clavius, die Regel mit den Schaltjahren zu verbessern.

In einer päpstlichen Bulle vom 24. Februar 1582 verfügte der Papst, dass auf Donnerstag den 04.10.1582 Freitag der 15.10.1582 folgen sollte und strich damit 10 Tage aus dem Kalender. Dadurch war der Frühlingsanfang wieder auf den 21. März verschoben und sollte auch an diesem Termin bleiben. Im Gregorianischen Kalender wurde das Schaltjahr neu definiert als

ein Jahr, dessen Jahreszahl durch 4 ganzzahlig teilbar ist. Ein Jahrhundert-Jahr soll nur dann ein Schaltjahr sein, wenn die Jahreszahl durch 400 ganzzahlig teilbar ist.

In 1000 Jahren erhält man dann

  365000 Tage
Schaltjahr alle 4 Jahre + 250 Tage
Kein Schaltjahr alle 100 Jahre - 10 Tage
Schaltjahr alle 400 Jahre + 2,5 Tage
  365242,5 Tage

Die Differenz zum tatsächlichen Wert beträgt in 1000 Jahren jetzt nur noch

365242,5 Tage - 365242,1987 Tage = 0,3013 Tage.

Das sind 26032 Sekunden oder pro Jahr 26 Sekunden.

Dieser Restfehler macht es nötig, dass man etwa alle 3300 Jahre einen Tag aus dem Kalender weglassen muss. Darüber brauchen wir uns aber heute den Kopf noch nicht zu zerbrechen.

Nach dem Jahr 1600 war also dank Clavius das Jahr 2000 wieder ein Sonderschaltjahr, da 2000 durch 400 ohne Rest teilbar ist, und daher gibt es den 29. Februar 2000 als Rarität.