Grundwissen und Kompetenzorientierung im Fach Evangelische Religionslehre

Im Folgenden sind die vom Lehrplan vorgegebenen Grundwissensaspekte aufgelistet. Wie im Einzelnen diese Ziele im Unterricht erarbeitet werden, unterscheidet sich natürlich von Klasse zu Klasse.

In der Jahrgangsstufe 5 erwerben die Schüler folgendes Grundwissen:

  • das Doppelgebot der Liebe, die Zehn Gebote, Psalm 23 und den Ersten Glaubensartikel auswendig können
  • ein Beispiel christlicher Symbolsprache erklären können
  • den selbständigen Umgang mit der Bibel beherrschen
  • ein Beispiel aus den David-Geschichten in seiner religiösen Aussage erklären können
  • Grundaussagen eines Schöpfungsberichts sowie der Exodustradition erläutern können

In der Jahrgangsstufe 6 erwerben die Schüler folgendes Grundwissen:

  • den Zweiten Glaubensartikel auswendig können, den Begriff Messias erklären können
  • den Zusammenhang von Jesu Passion und seiner Botschaft vom Reich Gottes aufzeigen können
  • Jüngerschaft und Nachfolge Jesu am Beispiel eines Mannes oder einer Frau verstehen
  • den Kirchenjahreskalender überblicken, die christlichen Hauptfeste in ihrer Bedeutung kennen
  • an einem Fallbeispiel eine Möglichkeit der konstruktiven Konfliktbearbeitung darstellen können

In der Jahrgangsstufe 7 erwerben die Schüler folgendes Grundwissen:

  • den Dritten Glaubensartikel im Wortlaut wiedergeben und in Grundzügen erklären können
  • die Bedeutung einer Gestalt der Kirchengeschichte aus der Zeit bis zum Vorabend der Reformation verstehen
  • die „fünf Säulen“ und deren Bedeutung für den Islam kennen
  • mit dem Vaterunser als Grundgebet des Christentums vertraut sein
  • die Auswirkung des Doppelgebots der Liebe in einem diakonischen Arbeitsfeld beschreiben können

In der Jahrgangsstufe 8 erwerben die Schüler folgendes Grundwissen:

  • Kennzeichen christlichen Schöpfungsglaubens darstellen können 
  • Impulse des Glaubens auf das Zusammenleben in Familie und anderen Lebensformen beziehen können 
  • Grundanliegen evangelischen Glaubens und Lebens erläutern können
  • wichtige Merkmale prophetischer Existenz und Verkündigung im Alten Testament beschreiben können
  • sich möglicher Gefahren des Psychomarkts oder einer neureligiösen Bewegung bewusst sein

In der Jahrgangsstufe 9 erwerben die Schüler folgendes Grundwissen:

  • Grundzüge jüdischen Glaubens kennen und zur Auseinandersetzung mit Antisemitismus fähig sein
  • die Bedeutung des Kreuzes für den christlichen Gottesglauben erklären können
  • mit Impulsen christlichen Glaubens zur Gestaltung von Liebe und Sexualität vertraut sein
  • lutherisches Verständnis von Arbeit und Leistung reflektieren können
  • an einem Beispiel das Verhältnis von Kirche und Staat beurteilen können

In der Jahrgangsstufe 10 erwerben die Schüler folgendes Grundwissen:

  • Grundzüge evangelischen Schriftverständnisses kennen
  • über ein differenziertes Verständnis von Toleranz verfügen
  • grundlegende Vorstellungen des Buddhismus kennen
  • mit der christlichen Auferstehungshoffnung vertraut sein
  • Alltagssituationen aus evangelischer Sicht ethisch reflektieren können

In der Jahrgangsstufe 11 machen sich die Schüler einleitend mit den Denkvoraussetzungen wissenschaftlicher Arbeit und dem grundsätzlichen Problem der Wahrnehmung von Wirklichkeit vertraut. Dabei reflektieren sie das Verhältnis christlichen Redens von Wahrheit zu einem pluralen Wahrheitsbegriff. Den Schwerpunkt dieser Jahrgangsstufe bilden die Fragen nach dem Verständnis Gottes und des Menschen. Indem die Schüler eigene Erfahrungen und gesellschaftliche Problemstellungen in den Blick nehmen, klären sie in der Auseinandersetzung mit den christlichen Aussagen über Gott und Mensch ihre eigenen Vorstellungen und nehmen wahr, dass diese Sichtweisen sich wechselseitig beeinflussen und Auswirkungen auf das Handeln haben. Im Hinblick darauf, was den Menschen heil macht, erproben sie exemplarisch die Zusammenschau von anthropologischen, theologischen und ethischen Aspekten.

Die Schüler der Jahrgangsstufe 12 werden sich als junge Erwachsene zunehmend der Fülle von Herausforderungen bewusst, die es bei der Wahrnehmung verantwortlichen Handelns zu bewältigen gilt – auch im Blick auf anstehende Weichenstellungen für ihre Zukunft. Durch die Auseinandersetzung mit ethischen Grundpositionen lernen sie, die unterschiedlichen Bewertungsmöglichkeiten menschlichen Handelns zu hinterfragen und entdecken Einstellungen und Haltungen, mit denen sie ihr Leben verantwortungsvoll gestalten können; diese Art der Reflexion stellt einen wichtigen Bestandteil der Persönlichkeitsentwicklung dar. Dabei werden die Schüler mit einem Grundbestand an ethischen Begriffen, theologischen und nichttheologischen Denkfiguren und Argumentationsweisen vertraut gemacht. Sie sollen erfassen, welche Bedeutung der christliche Glaube für die Lebensgestaltung und den Lebensstil sowie für verantwortliches Handeln in der Gesellschaft haben kann. Abschließend weitet sich der Blick über die Schulzeit hinaus auf Fragen nach der persönlichen und gesellschaftlichen Zukunft.