Bei den Freunden in Xiangshan





Ade, Bamberger Herbst, und Ni Hao im sommerlichen Xiangshan: Zum zweiten Mal besuchten Schülerinnen und Schüler unserer Schule die Freunde an der Xiangshan Highschool im fernen China.
Nach elfstündigem Flug landeten die CG-ler in Shanghai, begrüßt von den Lehrkräften, die sie schon im Juli in Bamberg kennengelernt hatten. Und schon folgte der erste "Programmpunkt", die Fahrt im Transrapid Richtung Stadtzentrum. Trotz der kurzen Strecke und einer kleinen Wartezeit, musste die Truppe etwas warten, bis der Bus nachgekommen war. Kunststück, bei einer Höchstgeschwindigkeit von 431 Stundenkilometern. Auf der Fahrt nach Xiangshan konnte bereits die neue 37 Kilometer lange Super-Brücke über die Hangzhou-Bucht genommen werden - ein beeindruckendes Zeugnis der Ingenieurskunst und des Umgestaltungswillen dieses Landes, den die Bamberger in den folgenden zwei Wochen ständig vor Augen hatten: Autobahnen, Schnellbahntrassen und komplette Stadtviertel im Bau.
In Xiangshan zeugte eine große Anzeigentafel vom dortigen Drang zu Neuem, auf der die CG-Mannschaft ebenso wie auf einem roten Banner begrüßt wurde.
Die folgenden Tage brachten ein abwechslungsreiches Programm und viele Neuigkeiten für die Schülerinnen und Schüler sowie für StRin Rieß und OStR Steidl. Unterrichtsbesuche, Vorträge, Tai Chi - Vorführung, Batik-Kurs und Ausflüge ans Ostchinesische Meer, nach Ningbo, zum Tiatong-Tempel, zu drei Industriebetrieben, in ein Museum für künstlerische Bearbeitung von Bambuswurzelwerk, in eine Mandarinen-Plantage und in ein Museumsdorf. Auch die Schülerinnen und Schüler konnten mit ihren chinesischen Partner und deren Familien zahlreiche neue Erfahrungen machen, wobei für Schüler und Lehrer der Satz galt, dass ihnen die Wünsche von den Augen abgelesen wurden.
Frau Rieß und Herr Steidl hatten fast jeden Abend einen offiziellen Termin, bei denen - bei reichlich gedeckten Tafeln - Gedanken mit der Bürgermeisterin Wang, dem Leiter des Schulamtes und der Schulleitung ausgetauscht und die deutsch-chinesisches Freundschaft gefestigt wurden. Der stellvertretende Schulleiter Herr Zhao revanchierte sich für die freundliche Aufenthalt in Bamberg zum Schuljubiläum 2008 mit einer Privateinlandung in sein Haus - eine große Ehre!
Den Abschluss des Aufenthaltes in Xiangshan bildete der bunte Abend, bei dem die chinesischen und deutschen Schülerinnen und Schüler beste Unterhaltung boten und die Schulpartnerschaft durch Austausch von Gastgeschenken und Signierung des Begrüßungsbanners erneut bekräftigt wurde.

Nach dem Abschied von Xiangshan ging es für die Bamberger nach Hangzhou, wo Gärten, der West-See, eine Teeplantage und die zum Einkauf lockende Kultur-Straße zu besichtigen waren. Am folgenden Tag fuhr man weiter nach Wuxi und danach nach Souzhou. Dort gab es wieder Gärten, Tempel, eine Seidenfabrikation und eine Bootsfahrt auf dem Kanal und ein wenig Kennenlernen der Straßen und Winkel am Kanal. Wer dabei nicht sich auf die leider fast obligate Suche nach einem amerikanischen Fast-Food-Lokal machte, konnte von einem Lebensmittelmarkt beeindruckende und erschütternde Beobachtungen mitnehmen.

Shanghai war die nächste Station. Von hoch oben, vom JingMao-Tower, konnte die gigantische Metropole gesehen und erahnt werden. Im Shanghai-Museum wurde der chinesischen Kultur durch die Jahrhunderte nachgeforscht. Und beim Yü-Garten siegte die Lust zum Einkauf über Weiherchen, Tempelchen und Zierfelsen. Für den Abend hatten Frau Rieß und Herr Steidl einen Bummel über die berühmte Nanjing-Road herausgehandelt, angesichts der Leuchtreklamen und der vielen Geschäfte ein unvergessliches Erlebnis.

Mit dem Nachtzug ging es nach Peking. Die Unterbringung des Gepäcks in den engen Kabinen war für jede Vierergruppe ein ganz eigenes Erlebnis. In Chinas Hauptstadt angekommen zeigte sich das Wetter wie in den Vortagen gnädig: Die Temperaturen waren moderat und Sonne schien - allerdings war oft nicht weit zu sehen, denn der Smog lag wie ein weißer Schleier über der Stadt. Etwas von Zeitmangel gehetzt absolvierte die CG-Truppe das klassische Programm: verbotene Stadt, Himmelstempel, Sommerpalast, Olympiastadion und wer Augen und Ohren öffnete, konnte noch reichlich private Erfahrungen sammeln. Auf der Großen Mauer ging es zeitweilig etwas eng her, denn tausende von freiwilligen Helfern für die EXPO 2010 in Shanghai machten an diesem Tag ihren Ausflug zu diesem imposanten Kulturdenkmal.

Der Rückflug erforderte nochmals große Geduld, denn beim Zubringerflug nach Shanghai durfte Bekanntschaft mit den neuen scharfen Sicherheitsvorschriften der chinesischen Behörden gemacht werden. Glücklicherweise waren die Bamberger sehr rechtzeitig beim Check-In, denn fast jeder Koffer musste geöffnet werden, und der Security-Beamte war einer von der ruhigen Sorte. Dennoch musste eine ganze Tüte Reisemitbringsel, vorwiegend Feuerzeuge und Streichhölzer, zurückbleiben.

Am Sonntagvormittag erreichten alle heil wieder Bamberg und nicht wenige konnten der Erfüllung ihrer Essensträume (handfeste fränkische Kost) nach zwei Wochen fernöstlicher Küche entgegeneilen. Auf Eltern, Freunde und Bekannte warten tausende von Bildern!