Was ist...?

Concept Art

Kunstform, bei der die Idee und das Konzept vor der Ausführung des Kunstwerks stehen. Voraussetzung ist die These, dass alles Kunst sein kann, wenn es als Ausdrucksträger einer Idee oder eines Konzeptes erscheint. Diese Vorstellung beruht auf Marcel Duchamp: „Es sind die Betrachter, die die Bilder machen…“ Manche Kunstwerke sind überhaupt nicht materialisiert, sondern leben in Entwürfen, Skizzen, Projektplänen. Die Concept Art versucht, das Werk im Betrachter hervorzurufen, mit gerade soviel Gegenständlichem wie nötig („Selbstwerdungsimpuls“). Lawrence Weiner (*1940) veröffentlichte diesbezüglich ein Dreipunkte-Manifest: Der Künstler kann die Arbeit ausführen. Die Arbeit kann hergestellt werden. Die Arbeit braucht nicht aufgebaut zu werden. Jeder Zustand ist gleichwertig und stimmt mit der Absicht des Künstlers überein. Die Entscheidung, welchen Zustand die Arbeit haben soll, bleibt bei einer etwaigen Übernahme beim Empfänger.

Land Art

1961 erklärte Piero Manzoni die Erde zum Kunstwerk. Er beschriftete einen Sockel und stellte ihn umgedreht auf den Boden. Wenig später begannen andere Künstler damit, ihre Arbeit ins Freie zu verlegen und sich mit den geologischen Gegebenheiten der Erde als Objekt zu befassen. Sie arbeiten in menschenleeren Räumen, z. B. in der Sahara oder in der Morave-Wüste. Dort schufen sie mit Baggern, Bulldozern oder Dynamit monumentale Naturveränderungen in Form von Ausschachtungen, Gräben oder Anhäufungen aus Sand, Kies oder Steinen. Elementare Grundformen waren Kreuz, Quadrat, Kreis, Spirale, Linie.

Performance

Ein künstlerischer Denkprozess wird mit theatralischen Mitteln vorgetragen. Überraschende Pointen und improvisierte Geschehnisse zeigen aktuelle Probleme des Lebens auf. Das Publikum beteiligt sich nicht. Gilbert & George (*1943, *1942), „Underneath the Arches“, The Singing Sculpture, 1971 Düsseldorf und London. Ca. 5 Minuten dauerndes Stück, in 8 Stunden täglich vorgeführt. Die beiden Künstler stehen auf einem Tisch, Gesichter und Hände sind mit Goldbronze bemalt, in den Händen halten sie Handschuhe und Spazierstock. Sie bewegen sich verhalten und singen das Lied „Underneath the Arches“, das aus einem Kassettenrecorder ertönt. Sie wirken wie eine zum Leben erwachte Skulptur und zeigen damit eine Verschmelzung von Kunst und Leben (wie Joseph Beuys: Kunst = Leben, Leben = Kunst). Dies ist gleichzeitig eine Kritik am konventionellen Kunstbegriff und am Kunstkommerz.
Sie wollen Art for All.
Glbert & George verweigern Wiederaufführungen.

Pop Art

Die Pop Art erhebt mit lauter Bildsprache die Dinge des modernen Alltags zum Kunstwerk und lenkt mit unterkühlter Distanz den Blick auf den ästhetischen Reiz der banalen Konsumobjekte, die gewöhnlich nur nach ihrem Gebrauchswert Beurteilung finden. Andy Warhol (1928 – 1987) gründet 1962 die „Factory“ und verzichtet damit auf das eigene, persönliche Atelier. Engagierte Mitarbeiter entwerfen und führen seine Werke aus, d. h. sie werden „produziert“. Die Jahresproduktion steigt von 100 auf 1000 Stück. Warhol wählt die bekanntesten Markennamen (Campell, Coca Cola), die vertrautesten Gegenstände (Dollarnoten, Zeitungen) und Prominente (Elvis Presley, Marilyn Monroe). Er lässt die Bilder im Siebdruckverfahren herstellen und in seriellen Rastern aneinanderreihen, farblich variiert, seltener im Motiv (z. B. volle neben leerer Flasche). Die Bilder zeigen die banale Lebenswelt der Konsumgesellschaft und das stereotypische Verhalten der Massen ohne Weltverbessererrolle.

1963 wird die Factory zum Filmstudio für Underground-Filme, die den amerikanischen Unterhaltungsfilm untergraben. Tonfall, Inhalt der Worte, Klang der Stimmen und die Gesten zeigen komplexere Inhalte als Spannungsfilme. Die Gesichter, Worte und Bewegungen der Schauspieler werden nicht benutzt für eine Geschichte, sondern sie sind selbst die Aktion, die Handlung. Mehr als 70 Filme, zuerst Stummfilme mit fester Einstellung, dann auch Sprechfilme werden gedreht.