Was für ein Geschenk!

Was schenkt man einer Schule zum Geburtstag? Der Freundeskreis CG/alte OR zauberte ein außergewöhnliches „Überraschungs-Ei“ auf die Bühne: etwas zum Schmunzeln, etwas zum Staunen und etwas zum Nachdenken. 

Mit dem weltberühmten Schauspieler, Pantomimen, Choreographen, Regisseur, Dozenten und Seminarleiter Samy Molcho machte der Freundeskreis nicht nur der Schulfamilie sondern überhaupt den Bambergern eine große Freude. Schon nach wenigen Tagen waren die Karten für den Keilberth-Saal der Symphonie vergriffen.

Und keiner musste sein Kommen bereuen: Moderiert von Nina Dippold vom Freundeskreis, die über ihre persönliche Bekanntschaft mit Samy Molcho dessen Kommen ermöglicht hatte, sprachen Dr. Herbert Michel, Stadtrat Heinz Kuntke und Freundeskreis-Vorsitzender Gerald Oehlhorn Grußworte, bevor der Gast, der sich im Publikum niedergelassen hatte, von zwei CG-Elfen auf die Bühne „gezerrt“ wurde.  

Für fast zweieinhalb Stunden begeisterte der Gast nun das Publikum mit einer unnachahmlichen Mischung aus Wortwitz, Erläuterung sowie mimischer und gestischer Darstellung - vorgetragen ohne Pausen in einem nicht enden wollenden Redefluss. Kaum einen Moment entließ der 72-jährige die Zuhörer aus seinem Bann – stets kokettierend mit seinen Problemchen mit der deutschen Sprache.

Seine Botschaft könnte man so zusammenfassen: Jedermann sollte sich seiner selbst, seines Auftretens und seiner Einstellung zu seinen Gefühlen wieder bewusst werden. Der in Wien lebende Professor und Spezialist für Körpersprache führte vor, wie sehr Menschen in Widerspruch zwischen ihren Aussagen und der Botschaft ihrer Körper stehen. Unseren Körper nennt er denn auch „den größten Schwätzer aller Zeiten“. Seine Vorführungen waren nicht nur unterhaltsam, sondern auch verblüffend wahr und für jedermann sofort einsichtig und nachvollziehbar. „Körpersprache ist wie gesprochene Sprache, aber sie kann nicht lügen“, sagt Molcho und viele werden sich an diesem Abend gefragt haben, welche Botschaften sie selber aussenden und warum sie selbst völlig offensichtliche Fehler in der nonverbalen Kommunikation begehen.

Höhepunkt war natürlich das Ende des Abends, als Samy – er bevorzugt die direkte Du-Anrede – Zuschauer auf die Bühne bat und schon bei der Begrüßung zielsichere Persönlichkeitsanalysen anstellte, auch wenn die Betroffenen versuchten, sich betont in anderer Weise zu geben. Hand- und Armhaltungen, Fußstellungen und Bewegungen des Kopfes – für den Kenner ein ausplaudernder Köper.

Molcho vergaß aber auch nicht die Schule und die Kinder, als er  davor warnte, sie nicht in eine starre Ordnung zu pressen, die darauf hinausläuft, dass es immer nur eine Option für eine Antwort geben könne. Auch die richtige Zuwendung und Aufmerksamkeit für die Kinder könne manch scheinbare Konfliktsituation auflösen.

Nach zweieinviertel Stunden erhörte Molcho die Bitten der Moderatorin, zum Ende zu kommen, und marschierte Arm in Arm mit zwei Spenden sammelnden CG-Prinzessinnen ins Foyer, wo er ohne Anzeichen von Ermüdung eine Vielzahl von Büchern signierte – stets mit einem freundlichen Wort oder hochgezogenen Augenbrauen (ein wichtiges Zuwendungszeichen, woran man an diesem Abend erinnert worden war!) für jeden Wartenden.

Es war ein doppelt riesiges Geschenk eines berühmten Mannes, nach Bamberg zu kommen, solch einen Auftritt für unsere Schule zu spendieren und keinerlei Gage dafür zu verlangen! Der Erlös des Abends ist allein für das Clavius-Gymnasium bestimmt.
Der Dank gilt daher neben Samy Molcho auch der Stadt Bamberg, insbesondere Oberbürgermeister Starke, welche die Saalmiete in erträglicher Höhe angesetzt hatte, den Sponsoren von Sparkasse Bamberg, St.Kilian-Apotheke, Bilog, VMS Financial Planning GmbH  und Stadthallen GmbH.