175 Jahre Clavius-Gymnasium – wie soll eine Schule so ein Ereignis richtig begehen? Am Vortag des großen offiziellen Festaktes sollte ein Akzent für unsere Schülerinnen und Schüler gesetzt werden.

In der sechsten und für diesen Tag letzten Schulstunde wurden alle CG-ler in den Martinshof vor den Mittagsbetreuungsraum gebeten. Nach einer musikalischen Einlage durch unsere Musiker wurde die große Festtagstorte zum Eingang der Martinsschule emporgeschleppt. Während das üppige Backwerk auf seinen Anschnitt wartete, erläuterte Dr. Michel die besondere Bedeutung dieses einmaligen Tages. Beeinträchtigt wurde die festliche Stunde durch leichten Regen, doch der Stimmung tat dies nur geringen Abbruch.

Unter der großen Anteilnahme dreier Photographen und zweier Videoteams schnitt Dr. Michel das konditorische Prachtstück aus Bisquitteig, viel Buttercreme und Marzipan an. Stellvertretend für alle im Haus Tätigen erhielten zuerst StD Winkler, Frau Zoeke, Frau Eberwein und Schülersprecherin Julia Mielke ein Stück.

Das war dann auch der Moment, an dem unsere Schülerinnen und Schüler  zum Zuge kamen: Für jede Klasse war eine Tüte vorbereitet, in denen sich lauter CG-Taler befanden, ein Gebäck aus zwei Lagen Teig und Marmeladenfüllung. Sie wurden von der Bäckerei Seel von langer Hand als  Sonderbestellung und -kreation vorbereitet. Die drei Töchter der Seels hatten die 1600 Taler an zwei Nachmittagen zusammen mit ihren Eltern gebacken und dann nach Klassenlisten abgezählt in Taschen verteilt. Das Festlogo auf der Torte hatte Herr Seel eigenhändig (nach exakter Vergrößerungszeichnung seiner Töchter) ausgeschnitten und gelegt - angesichts der für ihn nicht einfachen Form eine Schweiß treibende Angelegenheit. Und damit nicht genug: Mühe und Material waren eine großherzige Sponsorengabe der Bäckerei Seel für Schüler und Lehrer!

Während sich die Jugendlichen – oft recht mit Puderzucker bestäubt – auf den Heimweg machten, bemächtigten sich Lehrer, Musiker und Helfer der Torte. Nach dem ersten Ansturm auf Kuchen und Kaffee präsentierte Dr. Michel dann offiziell die 180-seitige Festschrift zum Jubiläum, die in lockerer, leserfreundlicher Gestaltung die Geschichte unserer Schule nachzeichnet: Nicht die große Zahl historischer Fakten wird geboten, sondern Schule und Schulleben aus der Sicht deren, die in dieser „Anstalt“ gelernt und gelehrt haben.