TIME-OUT: Loslassen, Luft holen, Lust bekommen auf den Tag

Die Idee

Schülerinnen und Schüler aller Altersstufen treffen sich in der Fasten- und in der Adventszeit, um gemeinsam den Tag zu beginnen. Einmal in der Woche gönnen wir uns dann eine halbe Stunde Ruhe, bevor uns der Unterricht mit seinen vielfältigen Ansprüchen fordert. Ruhe, um eigene Kraftquellen zu entdecken, um aufzuspüren, was uns gut durch den Tag bringt, um uns bewusst zu konzentrieren auf das, was uns wichtig ist.

 

Einfach unkompliziert

„Ihr braucht euch nicht zu melden, ihr braucht euch nicht anzustrengen, genießt einfach, dass gerade niemand etwas von euch erwartet“.

„Auszeit“ kann bei uns heißen, in der Vorweihnachtszeit einfach ganz aufmerksam ein Plätzchen zu essen, um unsere Energien freizusetzen. Ein anderes Mal sind es viele verschiedene Schlüssel, die uns bewusst machen: Will ich mich momentan eher zurückziehen und meine Ruhe haben oder bin ich offen für andere und neugierig auf den Tag?

Ob wir in unserer Phantasie nun mit Drachen kämpfen oder die Sonne auf uns scheinen lassen, allen Frühschichten ist gemeinsam, dass sie ein Gegengewicht setzen wollen: Zeit für Stille, Vertrauen statt Prüfungsangst, Nachdenken statt Mitlaufen, kurz: Konzentration auf das, was unseren Tag bereichert.

 

Das Feedback

"Ich komme zu den Time-out – Frühschichten, weil …

  • „ich dadurch gestärkt in den Tag gehen kann.“
  • „ich so Kraft für den Alltag sammeln kann …und… es ist lecker!“
  • „es etwas ist, worauf man sich die ganze Woche über freuen kann.“

sd

 

 

Wir nehmen es selbst in die Hand – eine gute Tradition

Unter diesem Motto machten sich die katholischen Religionsklassen 6ab,d und e mit ihren Lehrkräften Pia Kestel und David Friedrich am Tag der offenen Schule am 5. April 2014 auf, um für Kinder in ärmeren Ländern aktiv zu werden. Aus langer und vor allem guter Tradition verkauften sie leckere Schokolade, kleine Kunstwerke und Vieles mehr aus dem Eine -Welt-Laden. Manch ein Besucher spendete dabei gleich noch etwas oder ließ sich z.B. über Einzelheiten der Kindersoldaten oder die gesundheitlichen Risiken von Müllkindern informieren.

Die Schülerinnen und Schüler machten mit Plakaten auf die Probleme der Kinder in der Welt aufmerksam und stellten gleichzeitig ihr Projekt als unicef-Junior-Botschafter vor. Unter dem Motto: Kinderarbeit - Da ist der Wurm drin! hatten sie mit Frau Kestel aus Pfeifenputzern Würmer gebastelt, die sie in den Pausen, aber auch an diesem Tag, eifrig verkauften. Schulleiter OStD Wolfgang Funk befürwortete das Projekt nicht nur und bestärkte die Kinder in ihrem Unterfangen, sondern gab auch gleich einigen Würmern ein neues Zuhause.

Als Ergebnis dieses Tages konnte dem Eine-Welt-Laden eine stattliche Summe überreicht werden. Dank des anonymen Spenders (der ebenfalls jedes Jahr die Aktion unterstützt, indem er die gesamte Rechnung des Eine-Welt-Ladens übernimmt) fließt der gesamte Gewinn in das Projekt der engagierten Junior-Botschafter, die bereits von dem unicef-Komitee für ihren Einsatz gelobt wurden. Da bleibt nur noch im Namen aller Beteiligten zu sagen: alle Jahre wieder – sehr gerne – für die Kinder der EINEN Welt!

pk

Training für Zivilcourage

Wer hat nicht schon einmal mitbekommen, wie ein Fahrgast im Bus dumm angeredet wurde- nur, weil er womöglich ein Ausländer war? Haben Sie schon einmal miterlebt, dass Sie vollkommen ignoriert wurden, obwohl Sie existent waren ? Oder haben Sie gesehen , wie ein Kollege ganz offensichtlich ungerecht behandelt wurde ? Und - haben Sie eingegriffen?
Um alle diese Fragen ging es, als Schülerinnen und Schüler der 9. Klasse  ein „Training für Zivilcourage“ mit Klaus Busch von der Bamberger Polizei machten. Das Beispiel von Dominik Brunner, der an der Münchner S-Bahn-Station Solln alleine stand, als vier Jugendliche von zwei Schlägern erpresst und bedroht wurde, war vielen Schülern unter die  Haut gegangen, die den Fall in den Medien verfolgt hatten.
Wie können wir lernen, uns mutiger zu verhalten als diejenigen, die damals auf dem S-Bahnhof die Auseinandersetzung beobachteten und nicht eingriffen?  Denn das erzählen die jugendlichen Zeugen übereinstimmend beim Prozess in München, dass viele sahen, was passierte und nichts taten? Vielmehr weg sahen oder wegliefen.
Viele Erfahrungen machten die Schüler an diesem Vormittag, z.B. wie unterschiedlich sie selbst Gewalt einschätzten: Für die einen war das Tragen von Springerstiefeln ein Zeichen für Gewalt, andere sahen darin nichts Besonderes. Mobbing in der Schule – Gewalt oder harmloses Klassengeplänkel?
Je mehr die Schüler lernten, sich in die Rolle des Opfers zu versetzen, desto sensibler gingen sie mit dem Begriff Gewalt um. Am Ende hatten sie gelernt, dass man verhindern muss, selbst zum Opfer gemacht zu werden. Und sie erfuhren am eigenen Leibe, wie mühsam es ist, sich zur Wehr zu setzen, wenn man einmal zum Opfer geworden ist, wie schwer es ist , einfach nur um Hilfe zu schreien in der Öffentlichkeit. Was es bedeutet, die eigenen Hemmschwellen zu überwinden und auf sich aufmerksam zu machen, damit andere Menschen wahrnehmen können, dass man bedroht oder in Gefahr ist. Die Geschichte vom barmherzigen Samariter steht in der Bibel seit zweitausend Jahren. Was sie bedeutet, das konnten die Schülerinnen und Schüler an diesem Vormittag lernen. Und es spricht für die Bamberger Polizei , dass sie solche Kurse veranstaltet.

 

 

1450 Sternenbleistifte für den Senegal

Nicht nur im Clavius-Gymnasium, sondern auch in der Fußgängerzone, im Rathaus der Domstadt, vor dem Dom selbst, bei einem Spiel der Brose Baskets und auch in den Familien verkauften Schülerinnen und Schüler der 6. Klassen des Clavius-Gymnasiums mit ihrer Lehrerin Pia Kestel Bleistifte zu je einem Euro, um damit Kindern und Jugendlichen im Senegal einen Weg zur Bildung zu eröffnen. Die Durchführung der Aktion bot sich in den 6. Klassen an, da im katholischen Religionsunterricht in dieser Jahrgangsstufe das Thema „Kinder der einen Welt – Kinder des einen Gottes“ einen Schwerpunkt des Stoffes darstellt.

Nachdem sich die Schülerinnen und Schüler über die Situation der Kinder im Bistum Thiès ausführlich informiert hatten, gingen sie bei Wind und Wetter los, um die Sternenstifte zu verkaufen. Sie hatten sich das große Ziel gesetzt 1450 Stifte zu verkaufen und haben dies auch erreicht. 200 Stifte davon wurden an die Schülerschaft und die Lehrerinnen und Lehrer des CG verkauft, den Rest konnten die Sechstklässer mit unermüdlichem Einsatz bei den unterschiedlichsten Aktionen sammeln.

Mit ihrer Lehrerin besuchten vier Sechstklässler den Bamberger Oberbürgermeister Andreas Starke, um ihm für die Öffnung „seines Hauses“ zu danken. Starke fand das Engagement der Jungen und Mädchen so beeindruckend, dass er gleich noch einmal 100 Bleistifte kaufte und weitere Türen für die Kinder öffnete. So konnten die Sechstklässler bei einem Basketballspiel der Brose Baskets ihre Stifte anbieten. Da vom Manager der Brose Baskets, Herrn Heyder, dafür Freikarten zur Verfügung gestellt wurden, bildete diese Aktion einen Höhepunkt für die Schülerinnen und Schüler, die sich auch von dem Höllenlärm des Spiels und den tobenden Fans nicht von ihrem Anliegen abbringen ließen. Spannend fanden die Schülerinnen und Schüler der 6. Klassen auch die unterschiedlichen Währungen, die ihnen für ihre Sammelaktion gespendet wurden. Die Sechstklässer schlugen sich bei den ausländischen Touristen wacker mit Englisch durch und konnten so auch u.a. einige Dollar, aber auch türkische Bir als Spendeneinnahmen verbuchen.

Die Sternenmantel-Bleistiftaktion wurde von der Hauptabteilung Schule und Religionsunterricht des Erzbischöflichen Ordinariats zur Bistumspartnerschaft zwischen der Erzdiözese Bamberg und dem Bistum Thiès im Senegal ins Leben gerufen. Mit dem Erlös des Verkaufs der Schreibutensilien zu je einem Euro soll dem katholischen Bildungsprogramm des Bistums Thiès unter die Arme gegriffen werden, um einen Beitrag für die Zukunft von jungen Menschen und deren qualitativ hochwertige Ausbildung zu leisten. So können sie als Erwachsene selbst für sich sorgen und in ihrem Land leben. Mit dem Geld können Schulbauten unterstützt, Schulgelder mitfinanziert und Lehrkräfte bezahlt werden.

Um diese Aktion durchführen zu können, wurden von der Fa. Staedtler in Nürnberg im Auftrag der Erzdiözese Bamberg Bleistifte hergestellt, die sich äußerlich an den Sternenmantel Kaiser Heinrichs anlehnen und mit ihrer Beschriftung auf den sachlichen Zusammenhang aufmerksam machen wollen. Es gibt die Stifte in zwei Ausführungen: Für jüngere Kinder in einer dickeren Version, für alle anderen Altersstufen in einer normalen Stärke. Insgesamt kann die Aktion als mehr als gelungen bezeichnet werden. Nicht nur im Blick auf die Unterstützung der Kinder im Senegal, sondern auch unter dem Aspekt lebendigen und im wahrsten Sinne begreifbaren und lebensnahen Unterrichts, da den Schülerinnen und Schülern die Inhalte