Zeitreise am Limes


An den letztjährigen Projekttagen unternahmen die 65 Lateinschülerinnen und -schüler der sechsten Klassen mit ihren Lateinlehrern eine zweitägige Exkursion an den Limes, die ehemalige befestigte Grenze zwischen dem Römischen Reich und Germanien, die inzwischen von der UNESCO zum Welterbe erklärt wurde. Auf dem Gelände des römischen Kastells Zugmantel am obergermanischen Limes im Taunus gab fachkundiges „Personal“ in antikem Outfit spannende Einblicke in die Welt der Römer und Germanen. Die Klassen durchliefen dabei drei Stationen: Eine Händlerin aus dem 3. Jahrhundert zeigte den Schülern verschiedene Lebensmittel – nicht alle waren in der Antike in Europa bekannt. In einem Spiel konnten die Schüler ihr Wissen darüber unter Beweis stellen. Dagegen waren beim Schießen mit einem römischen Reiterbogen große Geschicklichkeit und Vorsicht nötig. Auf einem Limesrundwanderweg mussten die Schüler selbstständig den richtigen Weg finden und dabei anhand von Infotafeln ein Quiz lösen. Am Ende dieser Aktivitäten durften alle Teilnehmer den Nachbau des römischen Wachturms besteigen, um nach Feinden Ausschau zu halten. Damit war der Tag aber noch lange nicht zu Ende. Nach der Ankunft in der Jugendherberge Schmitten-Oberreifenberg standen Abendessen, Freizeit und eine kurze Wanderung bei einsetzender Dämmerung auf dem Programm. Auf einsamen Waldwegen marschierten wir zu den Resten eines kleinen Römerkastells mit angegliederten Thermen, die jedoch zum Leidwesen der Schüler ebenfalls nur noch Ruinen waren. Man brauchte also viel Phantasie. Trotzdem war die Stimmung ausgelassen. Dafür besichtigten wir am nächsten Tag ein fast echtes Römerhaus. König Ludwig I., der sich für die Antike begeisterte, ließ in Aschaffenburg am Mainufer das Pompejanum nach dem Vorbild eines römischen Hauses in Pompeji bauen. Beim Rundgang konnten wir uns direkt in den Alltag der Bewohner vor rund 2000 Jahren versetzen, als wir die römischen Speisezimmer oder die antiken Latrinen sahen. In der Küche durften wir am „Garum“, einer für uns sehr gewöhnungsbedürftigen Gewürzsoße, schnuppern – fast alle rümpften dabei die Nase! Höhepunkt war die Verwandlung einiger Schüler in richtige Römer. Dabei staunten wir über den Aufwand, der beim Anlegen einer Männertoga nötig war. Einmal in die Welt der Antike einzutauchen ist für alle Schüler eine spannende Erfahrung. Deshalb begeben sich auch am Ende dieses Schuljahres wieder die Lateinschüler verschiedener Klassen auf Reisen in die Römerzeit.