Fachprofil Wirtschaftsinformatik (WIn)

Die weltweite Verfügbarkeit leistungsfähiger Informations- und Kommunikationssysteme ist eine Grundlage für den fortschreitenden Wandel in Wirtschaft und Gesellschaft. Das tägliche Leben wird zunehmend von der Gewinnung, Darstellung, Verarbeitung und Weitergabe von Informationen bestimmt. Die Wirtschaftsinformatik steht als Teil der angewandten Informatik als Verbindungselement zwischen Betriebswirtschaftslehre und Informatik. Ziel der Wirtschaftsinformatik ist die Optimierung von Geschäftsprozessen über die zugrunde liegenden Informationsflüsse.

Am WSG-W werden den Schülern im Fach Wirtschaftsinformatik beispielhaft und anwendungsbezogen die erforderlichen Grundlagen vermittelt, die sie für die verantwortungsvolle Nutzung und Mitgestaltung von Informations- und Kommunikationssystemen im Zusammenhang mit ökonomischen sowie studien- und berufsbezogenen Aufgabenstellungen benötigen.

Der Unterricht in Wirtschaftsinformatik geht von konkreten betriebswirtschaftlichen Problemstellungen aus. Standardsoftware für Tabellenkalkulation, Datenbanken, Präsentation und Textverarbeitung kommt dabei als Hilfsmittel zur Lösung bestimmter Aufgaben zum Einsatz. Der verstärkte Praxisbezug des Faches wird unterstützt durch aspektorientierte Betriebserkundungen und Expertenreferate. Auch innerhalb der Schule finden sich zahlreiche Anwendungskontexte für projektbezogenes Arbeiten (z. B. Projekte der SMV, Schülerunternehmen, Auswertung bei Bundesjugendspielen).

Durch die logische Strukturierung von Informationen und die Modellierung von Geschäftsprozessen üben die Schüler einerseits abstraktes Denken, andererseits verbessern sie auch ihr Verständnis für ökonomische Zusammenhänge. Wirtschaftsinformatik führt die von der Informatik bestimmten Inhalte beispielhaft mit Inhalten der Volks- und Betriebswirtschaftslehre, des Rechnungswesens und des Rechts zusammen. Dabei knüpft WIn an die in den Jahrgangsstufen 6 und 7 im Fach Natur und Technik schon erworbenen Kenntnisse und Fertigkeiten an.

Als Einstieg in das neue Fach dienen überschaubare Geschäftsprozesse. Von diesen einfachen Beispielen ausgehend, werden die Schüler schrittweise an die Analyse, Strukturierung und Modellierung zunehmend komplexerer betriebswirtschaftlicher Prozesse herangeführt. In diesem Zusammenhang spielt das Rechnungswesen als Modell der Erfassung von Strukturen und Vorgängen im Unternehmen eine bedeutende Rolle.

Der Aufbau des Lehrplans orientiert sich am Informationsfluss in einem Fertigungsbetrieb. In Anlehnung an den Aufbau des Fachlehrplans Wirtschaft und Recht wird dabei von den Geschäftsprozessen ausgegangen, die sich noch relativ leicht aus der Erfahrungswelt junger Menschen erschließen lassen, wie z. B. Kommunikation zwischen privaten Haushalten und Unternehmen. Später werden Informationsflüsse betrachtet, die innerhalb des Unternehmens liegen, wie z. B. Anwenden der Informationstechnologie bei Beschaffungs- und Absatzvorgängen. Grundlegende Methoden der Informatik sowie Standardsoftware werden so in immer komplexeren Zusammenhängen wiederholt angewendet.

Da sich im Bereich der Wirtschaftsinformatik größere Projekte mit handlungsorientierten Aufgabenstellungen nur arbeitsteilig lösen lassen, erfahren die Schüler den Nutzen der Teamarbeit. Dabei schulen und vertiefen sie grundlegende Qualifikationen wie Kommunikationsfähigkeit oder die Fähigkeit zu sorgfältigem und systematischem Arbeiten.

Durch praxisnahe Inhalte aus der Berufs- und Arbeitswelt erhalten die Jugendlichen Hilfen für ihre berufliche Orientierung. Der Prozess des ständigen Wandels in der Informationsgesellschaft und die damit verbundene Veränderung der Berufsbilder und die Notwendigkeit lebenslangen Lernens werden ihnen im Fach Wirtschaftsinformatik besonders bewusst. Auch wird die beruflich und privat nutzbare Medienkompetenz der Schüler durch den intensiven Umgang mit den neuen Technologien gefördert. Die Beschäftigung mit graphischer Präsentation schärft das Gefühl für Gestaltung und fördert ein kritisches Hinterfragen medialer Angebote.