Im Kontakt mit der Weltkirche

Religionsunterricht lebt nicht für sich und im geschlossenen Klassenzimmer. Wichtig ist der Kontakt mit der Kirche hierzulande und mit der Weltkirche.

Wir nehmen daher gerne die Angebote der kirchlichen Hilfswerke und der Diözesanstelle Entwicklung, Gerechtigkeit und Frieden an, die uns Materialien überlässt und hochrangige Gäste aus den Ländern der dritten Welt vermittelt.

 

Durch Vermittlung von Dr. Regina Hanemann, der Leiterin der Museen der Stadt Bamberg, konnte die Fachschaft Katholische Religionslehre im November 2013 Gabrielle Rossmer in unserer Aula begrüßen. Die 1935 in Bamberg geborene Tochter eines jüdischen Wäschehändlers, die heute in Maryland lebt und arbeitet, gab unseren Neuntklässlern einen Einblick in Kultur und Leben jüdischer Flüchtlinge in den USA. Die energische Dame faszinierte ihr Publikum nicht nur durch ihren lebhaften deutsch-englischen Vortrag sondern auch durch die vielen Bilder aus dem Familienalbum. Es entwickelte sich eine muntere Diskussion, bei der Frau Rossmer auch auf ihr momentanes Projekt zu sprechen kam, ein deutsch-jüdisches Kochbuch, das sie mit ihrer Tochter schreibt.
Zum Weltmissionssonntag 2010 berichtete Sr. Philo Pazhoora aus Indien über ihre Arbeit und die ihrer Mitschwestern mit und für die Armen und Hilflosen. Anschaulich schilderte sie, wie Kindern, die am Bahnhof der Stadt „gestrandet“ sind, geholfen wird. Wie das Plakat zum Weltmissionssonntag es mit dem Photo von Mutter Teresa deutlich machte: Das Land Indien stand im Mittelpunkt. Probleme gibt es leider viele: Hunger, Ausbeutung gerade auch von Kindern, gesellschaftliche Unterdrückung besonders der Frauen, Verfolgung der Christen. Im Vorfeld des Besuches von Sr. Philo bereiteten die Schülerinnen und Schüler der Klasse 10a zusammen mit Roma Pohl, einer in Bamberg lebenden Inderin, ein Mittagessen zu.
Zu Beginn der Fastenzeit 2009 konnten wir Pater Jean-Mary Louis SJ als MISEREOR-Gast begrüßen. Er stellte drei Religionsgrundkursen der 12. Klasse die Situation in seinem Heimatland Haiti dar. Es gehört zu den ärmsten Ländern auf der Welt. Die Arbeitslosigkeit beträgt etwa 80 Prozent, die öffentliche Ordnung und Versorgung sind nicht gewährleistet. Die Temperaturen steigen, die Zyklone werden heftiger und zerstörender und der Wechsel der Jahreszeiten sind für die Landwirte nicht mehr berechenbar. Dem entgegenzuwirken hat sich P. Louis verschrieben. Der Theologe, Philosoph, Politologe und Sozialwissenschaftler engagiert sich besonders für eine agrarökologische Bauernbewegung und für Menschenrechte der ländlichen Bevölkerung.
Im Juli 2007 machte der Missio-Aids-Truck in Bamberg Station. Wir nutzten die Chance, einen lebendigen Einblick in die Situation von Aids betroffener junger Menschen in Afrika zu bekommen. Die Lern- und Erlebnis-ausstellung informiert auch über die Arbeit von Hilfsprojekten katholischer Partner. Das Konzept der Schau, die Religionsgruppen der 9.-11. Klassen und die Ethik-Gruppe 11. Klasse besuchten, lautet: "Sehen, fühen und Handeln gehören ebenso zur Ausstellung wie Informationen über harte Fakten." Die Vermittlung erfolgt über das Erleben zweier jugendlicher Identifikationsfiguren, die von ihrem Leben und der Krankheit erzählen und die deutschen Jugendlichen in ihren Alltag mitnehmen.
Im Osten Europas gibt es noch viel aufzuholen, oft sind es gerade die Kinder und die Familien, die am meisten zu leiden haben. Die polnische Delegation unter Leitung von Renovabis-Geschäftsführer Dr. Gerhard Albert (2.v.r.) und Länder- und Projektreferent Martin Buschermöhle (li.) gaben im Juni 2006 in einer 11. Klasse des Clavius-Gymnasiums ausführlich Auskunft. Renovabis ist das Hilfswerk der katholischen Kirche für die lange Zeit unterdrückten Kirchen im Osten. Die Hilfe kommt den notleidenden Menschen ebenso zu Gute wie dem Wiederaufbau der Gemeinden und der Gewinnung von Seelsorgern.
Um einen Einblick in das System staatlicher weiterführender Schulen in Bayern zu bekommen, besuchte im Juli 2006 eine Delegation aus Thies im Senegal das CG. Die elf Funktionsträger des westafrikanischen Bistums, das eine Partnerschaft mit der Erzdiözese Bamberg unterhält, wurden von Schulleiter Dr. Herbert Michel begrüßt. In der Diskussion kamen Fragen der Ausbildungsrichtung, der Abschlussprüfungen und der Lehrerausbildung zur Sprache. Naturgemäß interessierten sich die Gäste für die Organisation des Religionsunterrichtes und die Sicherstellung der authentischen Wiedergabe der katholischen Glaubensbotschaft.
Einblicke in eine Welt von Not und Entbehrung: Harald Schistek berichtete für Misereor aus der Halbwüste im Nordosten Brasiliens. Der österreichische Theologe und Agraringenieur stellte sein Gesamtkonzept des Con-vivência com o Semi-Aredo. Mit dabei war Adalbert Kopp von der Diözesanstelle Mission, Entwicklung und Frieden, der uns 2004 den Gast vermittelte.
"Über die Zukunft der Informationsgesellschaft" referierte Prof. Dr. Bernhard Irrgang 2004 vor Kollegiaten der 13. Klasse. Der Philosoph und Sozialethiker von der TU Dresden mit dem Schwerpunkt Technologie-folgenabschätzung gab einen Überblick über die vielfältigen Entwicklungs- und Problembereiche der Zukunft. Es wurde auch deutlich, dass es für viele Probleme der rasanten Gesellschaftsentwicklungen noch keine Lösungen und Antworten gibt.
Einen völlig unspektakulären Besuch stattete der neue Erzbischof Prof. Dr. Ludwig Schick im Juni 2003 unserer Schule ab. Nach einem kurzen Gespräch mit den Fachschaften Religion stellte sich der Erzbischof den Fragen einer 10. Klasse. Ganz offen sprach er von seiner Schülerzeit und seinem Weg hin bis ins Bischofsamt. Auf kritische Problembereiche angesprochen vertrat Dr. Schick verbindlich, aber konsequent seine Positionen, auch wenn sie unbequem erschienen.
Padre Axel Gerling aus der Diözese Cochabamba berichtete zusammen mit seiner Nichte 2003 von seinen 80 Gemeinden im bolivianischen Hochland und dem Aufbau einer biologisch orientierten Landwirtschaft, die auch der Bodenerosion Einhalt gebieten soll. Diese Arbeit soll zudem das Gemeinschaftsgefühl und das Selbstbewusstsein der Indios stärken. Padre Gerling berichtete auch von der großen Frömmigkeit und dem Wirken der Basisgemeinden in Bolivien.
Über die Aids-Problematik in Afrika und seine Arbeit im ostafrikanischen Uganda sprach im Jahr 2002 Erzbischof Paul K. Bakyenga der Diözese Mbarara vor Schülerinnen und Schülern der 10. und 11. Jahrgangsstufen.
Der maronitische Erzbischof Paul Nabil Sayah aus dem Libanon schaffte es durch sein Temperament und sein Einfühlungsvermögen, die gut gefüllte Aula mitzureißen. Die englische Sprache stellt kein Hindernis dar. Er berichtete 2003 von den Christen im Vorderen Orient und von seinem Jugendprojekt, das Christen und Muslime einander näher bringen soll.
Erzbischof Paride aus dem Sudan berichtete 2000 vom Leid der Christen im Süden des Sudans und ihrer Verfolgung durch arabisch-muslimische Reitermilizen. Vor allem die schockierende Darstellung vom Hunger als Waffe berührte unsere Schülerinnen und Schüler, so dass sie zahlreich ihren Protest durch Eintrag in die ausgelegten Unterschriftslisten bezeugten.