Studienfahrt nach Sorrent mit dem LK Erdkunde

(Herr Hupfer; Frau Lienhard)

Eine 28-köpfige Truppe hatte sich am Montag nach den Osterferien zusammen gefunden, um in den Golf nach Neapel zu fahren. Die Beförderung mit der Bahn klappte dieses Jahr ausgezeichnet - wir wurden in Bamberg sogar mit einer persönlichen Durchsage nach Napoli verabschiedet.

Nach 18 Stunden Fahrt kamen wir in unserem Quartier an - etwas zugige Hüttchen mit unterschiedlichem Komfort, aber inmitten eines Orangenhaines: Jetzt sind auch wir in Arkadien!

Die nächsten Tage vergingen wie im Fluge. Zunächst ein Ausflug in das Zentrum Sorrents, mit der Möglichkeit ausgiebig das Meer, das Panorama und den Kaffee zu genießen. Am folgenden Tag begaben wir uns auf die Spuren der Römer in Herculaneum, das 79 n. Chr. bei dem berühmten Ausbruch des Vesuvs von einer pyroklastischen Wolke zerstört und dann vollständig unter der Asche begraben wurde. Nachmittags bestiegen wir den Übertäter, d.h. wir fuhren in Kleinbussen, deren Fahrer mit diabolischer Lust die Haarnadelkurven auskosteten, bis unter den Gipfel und liefen die letzten 20 Minuten. Pompeij war der folgende Tag gewidmet, am späten Nachmittag bestand die Möglichkeit zu einem Einkaufbummel in Sorrent.

Am Donnerstag umrundeten wir mit der Circumvesuviana den Golf in seiner ganzen Ausdehnung, um den Eingang zu Unterwelt zu betrachten (so antike Autoren), die sogenannten Phlegräischen Felder. Wir standen in einer Caldera, aus der Schwefel- und Kohlenmonoxiddämpfe quollen, der Boden wie ein dünnes Bodenblech klang und an einigen Stellen wie eine Ursuppe köchelte - ein riesiges Gebiet mit den Erscheinungen eines absterbenden Vulkanismus, quasi die geriatrische Abteilung für Vulkane am Golf.

Freitags traten wir die Überfahrt nach Capri an, wo ich zunächst einmal die ganze Truppe die Scala Fenice hoch hasten ließ, eine aus ca. 1000 Stufen bestehende vorrömische Treppe, vom Hafen nach Anacapri führend. Die Sportler kamen (zum einzigen Mal) zuerst oben an, einige andere redeten eine halbe Stunde gar nicht mehr mit mir - aus Ärger und Atemnot. Beides verflog, als die ganze Truppe in einen schon voll besetzten Bus stieg und in atemberaubender Fahrt nach Capri-Stadt geschunkelt wurde. Eine kleine Wanderung an der Küste entlang (Arco Naturale, Villa Malaparte, grandioser Meeresblick, ...) rundete diesen Tag ab.

Der Samstag war der Abreisetag, da wir aber erst abends fahren mussten, schlossen wir unser Gepäck im Bahnhof ein und zogen im Tross durch Neapel, nicht ohne hie und da noch einige Sehenswürdigkeiten zu besichtigen.

Auf der Rückfahrt waren seltsamerweise alle müde ...

Marc Hupfer, StR