Arnold Stadler

In Zusammenarbeit mit dem Künstlerhaus Villa Concordia und seinem Leiter Dr. Bernd Goldmann (l.) konnte "literatur am cg" mit Arnold Stadler (2.v.l.) wieder einen hochkarätigen Schriftsteller für eine Lesung in unserer Aula gewinnen. Der Büchnerpreisträger und derzeitige Villa Concordia-Stipendiat las aus zwei Werken und stellte sich den Fragen der Gäste.

Dabei bekannte Stadler, dass Literatur für ihn "Verdichtung von Lebenserfahrung" ist und jedes Werk biographische Elemente beinhaltet. Daher ist der Ich-Erzähler für Stadler der wirkliche authentische. Stadler sieht und beschreibt seine Umwelt genau und kritisch und lässt auch seine Leser und Zuhörer nicht über sein persönliches Leiden an dieser Welt im Unklaren. Leben ist für ihn "Kontingenzbewältigungspraxis". Sich selbst sieht er als "Barockmensch", der ein Leben als "Joint venture aus Glück und Unglück" lebt. Sein Leben und Schaffen bedarf einer gewissen Ruhe und Disziplin: Jeden Tag beginnt er mit einen Gebet zum Heiligen Geist.

Wie viel davon der religiöse Mensch Arnold Stadler ist oder der ironische Räsonnierer Stadler, war nicht auszumachen, zudem die Zuhörer stark gefordert waren, den Gedankenkaskaden des Gastes zu folgen. Seine Beschreibung von Missständen soll ja auch einen positiven Effekt haben: "Vielleicht gehen ja auch einigen die Augen auf."