Peter Truschner auch zu Gast am CG

Genau auf diese Weise skizzierte Truschner seinen Großvater, als er aus dem ersten Kapitel seines 2001 erschienenen Romanerstlings "Schlangenkind" las: ein harter Mensch, dem Alkohol und dem Nikotin zugetan, den Körper vernachlässigend und mit allumfassender Gleichgültigkeit gegenüber dem Tod.

Für den zweiten Teil der Lesung konnte "Literatur am CG"-Organisator Rainer Herzing freudig eine Uraufführung ankündigen, da Peter Truschner Ausschnitte aus seinem neuen Roman, der zu großen Teilen in Bamberg geschrieben wurde und der erst im kommenden Jahr erscheinen wird, vorstellte. Die Geschichte eines Mannes, der ein Doppelleben führt und in einer sektiererischen Gruppe immer weiter gesellschaftlich absinkt, ist noch nicht ganz zu Ende geschrieben, aber der Ausschnitt über die letzten Empfindungen der Hauptfigur Robert, der an Erbrochenem stirbt, war stark beeindruckend.

Im Gespräch mit dem Publikum gab Truschner, ein "renommierter Vertreter der österreichischen Gegenwartsliteratur" (Dr. Michel), Einblicke in sein Arbeitsleben, bei dem er stark auf Abwechslung achtet. So schreibt er Opernlibretti, ein Theaterstück, bei dem er auch Regie führt, und gestaltet Radiosendungen. Die Zusammenarbeit mit Kritikern, Lektoren und Schauspielern geben ihm die Anregungen, die er für sein Schreiben benötigt. Ansonsten ist das Schreiben kein Warten auf irgendwelche Eingebungen, ein festes Arbeitspensum ist ein Muss: "Man muss arbeiten!"