Workshop des E.T.A. Hoffmann Theaters zur Inszenierung von „Leonce und Lena“

„Wann hast du dich zuletzt gelangweilt?“ „Nutzt du TikTiok oder Instagram?“ „Verwendest du Sprachassistenten wie Alexa oder Siri?“

Mit diesen Fragen wurden die Schülerinnen und Schüler des Deutschkurses 1d6 von der Theaterpädagogin des E.T.A. Hoffmann-Theaters zu Beginn des 90-minütigen Workshops in einem Stuhlkreis-Warm-up konfrontiert. Die Irritation, was diese Fragen nun mit der Theaterinszenierung „Leonce und Lena“ zu tun haben, stand den Teilnehmern förmlich ins Gesicht geschrieben. 

Ein kurzer Input zu Georg Büchner und dessen literarhistorischen Hintergrund schaffte jedoch alsbald Abhilfe und ließ auch etliche Gegenwartsbezüge erkennen. So sprach der Schriftsteller in „Leonce und Lena“ beispielsweise erstmals davon, dass er in den Menschen Automaten sehe. Die Theaterpädagogin erläuterte, dass Wilke Weermann bei seiner Inszenierung des Stückes genau diese Thematik in den Vordergrund stellt, indem er sich auf folgende Fragen fokussiert: 

„Haben wir eigentlich noch einen eigenen, freien Willen?

Oder funktionieren wir nicht alle schon längst wie programmierte Algorithmen?“

Spielerische Übungen, welche eine praktische Annäherung an die Schulaufführung des Lustspiels am 8.4.2025 zum Ziel hatten, richteten im Folgenden den Fokus zunächst auf die Maschinen sowie deren Mechanik bzw. mechanischen Bewegungsabläufe und entwickelten anschließend ein Gespür für die Interaktion zwischen Menschen und Robotern. Dabei war der Kreativität und dem Einfallsreichtum der Schülerinnen und Schüler keine Grenzen gesetzt, sodass von der Antriebslosigkeit und der Langeweile der Hauptfiguren Leonce und Lena, denen es an anspruchsvollen Aufgaben und zwischenmenschlichen Reibungen mangelte, bei diesem Workshop nichts zu spüren war. 

Wir freuen uns schon auf den Theaterbesuch!

S. Fetzer